Cool bleiben – Hitzeschutz anpacken

Der Frühsommer war in diesem Jahr bereits geprägt von extremer Hitze und starken Unwettern. Die anhaltende Hitze Ende Juni hat dabei die Menschen, die in sozialen Einrichtungen begleitet, betreut oder gepflegt werden, besonders getroffen. Pädagogische Fachkräfte wussten nicht mehr, wie sie den Kindern noch Abkühlung verschaffen können; ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen sind besonders anfällig für Hitzschlag und Dehydrierung. Auch für die Mitarbeitenden werden hohe Temperaturen zur zusätzlichen Belastung, in ohnehin schon körperlich anstrengenden Tätigkeiten.

Hitzeschutz gehört deshalb zum gesunden Arbeiten, zur Fürsorge und zur Organisation von verlässlicher Betreuung, Pflege und Begleitung.

Vorbereitet handeln, wenn es heiß wird

Viele einfache Hitzeschutzmaßnahmen lassen sich ohne großen Vorlauf anstoßen. Einzelne Räume können als Rückzugsorte heruntergekühlt werden, prüfen Sie doch einmal, ob es nicht einen Raum auf der Nordseite gibt, der besonders kühl bleibt. Bewegungsangebote, Außentermine oder körperlich anstrengende Tätigkeiten rücken in kühlere Tageszeiten. Trinkangebote wirken verlässlicher, wenn sie sichtbar sind und in Routinen eingebunden werden. In Kitas können sie auch spielerisch gestaltet werden. Verschattung mit Rollos und Tüchern oder das Lüften in kühleren Stunden können bereits viel zu einem besseren Raumklima beitragen.

Viele Einrichtungen reagieren bereits aufmerksam auf Hitze. Tragfähiger wird Hitzeschutz aber dann, wenn gute Einzelideen vor der nächsten Hitzewelle in klare Abläufe übersetzt werden. Ein Hitzeschutzplan kann Auslöser, Zuständigkeiten und Maßnahmen verbinden, wodurch der Entscheidungsdruck in der akuten Situation sinkt und Maßnahmen effektiver eingesetzt werden können.

Zur Entwicklung geeigneter Lösungen für die heißen Tage sollte das Wissen des gesamten Teams genutzt werden: Die Mitarbeitenden sind Expert:innen auf ihrem Gebiet und daher in der Erarbeitung der Maßnahmen unerlässlich. Sie wissen, welche Räume sich aufheizen und welche Menschen besondere Unterstützung brauchen. Entlang vorhandener Musterhitzeschutzpläne kann so gemeinsam eine Strategie für die heißen Tage entwickelt und festgehalten werden, um für kommende Hitzewellen vorbereitet zu sein.

Unterstützung für den Einstieg

Die Diakonie Baden hat einen Leitfaden erarbeitet, der soziale Einrichtungen beim Einstieg in die Klimaanpassung unterstützt. Er bündelt Beispiele aus verschiedenen Hilfefeldern, setzt auf gut übertragbare Maßnahmen und hilft dabei, erste Schritte mit einer längerfristigen Vorsorge zu verbinden. Der Leitfaden kann hier heruntergeladen werden: Leitfaden Klimaanpassung in der Diakonie Baden.

Klimarisiken besser einschätzen

Ein erster Schritt in Richtung zukunftsfähiger Sozialwirtschaft ist dabei der Blick auf die zukünftigen Gefahren durch Extremwetter. Betrifft uns ein Hochwasser bei starken Regenfällen wie im Ahrtal? Welche Menschen, Abläufe und Gebäude sind besonders verletzlich?

Genau hier setzt der Online-Workshop „Klimarisiko einschätzen“ der Diakonie Baden an. Fachlich begleitet wird er von Dr. Andrea Nakoinz, Expertin für Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen.

Wann? 08.09.2026 von 11:00 bis 12:30 Uhr

Wir zeigen Ihnen,

  • wie eine Klimarisikobewertung niedrigschwellig beginnen kann.
  • wie mit einfachen Werkzeugen Risiken sichtbar gemacht und priorisiert werden können, um erste Maßnahmen für die Einrichtung abzuleiten.
  • wie Klimaanpassung durch den gemeinsamen Blick im Alltag verankert werden kann.

Melden Sie sich gleich an! Die Teilnahme ist kostenfrei.

Ansprechpartner
Bei Fragen rund um den Hitzeschutz können Sie sich bei Simon Meister, Klimaanpassungsmanager der Diakonie Baden, melden.
E-Mail: smeister@diakonie-baden.de