Wissen Mehr als ein Trend - Nachhaltigkeit überall mitdenken

Nachhaltigkeit ist längst kein „on top“-Thema mehr, sondern ein zentraler Faktor für soziale Einrichtungen. Die Gründe, sich damit zu beschäftigen, sind vielfältig – und reichen von externen Anforderungen bis hin zu inneren Überzeugungen. 

Externe Faktoren: Druck und Chancen von außen 

Viele soziale Einrichtungen sehen sich mit Wünschen von Angehörigen, Verbandsvorgaben und mit gesetzlichen Vorgaben konfrontiert. Wer hier frühzeitig aktiv wird, agiert nicht nur rechtssicher, sondern stärkt zugleich sein Image und kann sich wertvolle Wettbewerbsvorteile verschaffen, da auch Leistungsempfänger und potenzielle Bewerber*innen vermehrt danach fragen. 

Intrinsische Motivation: Werte, Sinn und Teamgeist 

Wer Nachhaltigkeit in sozialen Einrichtungen wirklich verankern möchte, sollte auf die innere Motivation der Mitarbeitenden setzen. Denn wenn Mitarbeitende sich mit den Werten ihrer Organisation identifizieren und Nachhaltigkeit als Teil dieser Werte erleben, entsteht Sinnstiftung. Das stärkt nicht nur die persönliche Identifikation mit der Einrichtung, sondern fördert auch ein positives Arbeitsklima. Gemeinsam an nachhaltigen Zielen zu arbeiten, stärkt das „Wir-Gefühl“ und die Bindung im Team – und macht nachhaltige Entwicklung zu einem gelebten Bestandteil des Alltags. 

Eigene Motivation finden & Mitarbeitende begeistern 

Bevor Führungskräfte ihre Mitarbeitenden für nachhaltige Entwicklung begeistern, ist es entscheidend, dass sie sich selbst über die eigene Motivation und die dahinterstehenden Werte im Klaren sind. Nur wer weiß, warum Nachhaltigkeit persönlich wichtig ist – sei es aus Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen, aus Gerechtigkeitsgedanken oder zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Einrichtung – kann authentisch und überzeugend auftreten. 

Diese Klarheit schafft Glaubwürdigkeit und Orientierung: Die Leitung wird zum Vorbild und kann die Ziele der Einrichtung glaubhaft vermitteln. Mitarbeitende spüren, ob Nachhaltigkeit wirklich Teil der gelebten Werte ist oder nur als Pflichtprogramm betrachtet wird. Erst wenn die Führung ihre eigene Motivation reflektiert und kommuniziert, kann der Funke der Begeisterung auf das Team überspringen. 

Kleine oder große Schritte? 

Bei Veränderungen können Sie kleinere und größere Ideen umsetzen. Aber gerade die Kleineren sind diejenigen, die oft leichter zu realisieren sind. In ihrer Menge können Sie trotzdem große Wirkung erzielen. Da Nachhaltigkeit nicht nur ökologische, sondern auch soziale und ökonomische Ziele verfolgt (siehe Blogartikel vom 18.07.2024), steht eine sehr breite Palette von Möglichkeiten zur Verfügung. Das Pflegenetzwerk Deutschland zitiert eine Studie, die sich mit verschiedenen Umsetzungen in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen beschäftigt hat. Die Aktivitäten reichen vom Wechsel des Stromanbieters über Jobtickets und verändertem Einkaufverhalten für Verbrauchsmaterialien bis hin zu baulichen Maßnahmen. Damit wird deutlich: Nachhaltiges Handeln ist weder Selbstzweck noch ein Projekt, das nach ein paar Monaten beendet ist. Es ist ein Weg. 

Digitalisierung mitdenken – die doppelte Transformation 

Wer Nachhaltigkeit erreichen will, sollte auch überlegen, wie Digitalisierung beitragen kann, um Prozesse zu erleichtern. Eines der bekannteren Beispiele ist die sprachgestützte Dokumentation, die es Pflegekräften erlaubt, schneller und besser zu dokumentieren. Und es gilt auch umgekehrt: Wer Leistungen verändern oder neu gestalten möchte, z.B. Beratung über Chat anbieten möchte, sollte dabei immer auch berücksichtigen, wie damit eine bessere Nachhaltigkeit erreicht wird: Könnten Übersetzungstools eingebaut werden, um Kommunikation und Teilhabe zu erleichtern oder überhaupt erst zu ermöglichen? 

Vielleicht ist es an der Zeit, dass neben einer Kostenbetrachtung bei Investitionen immer auch eine Wirkbetrachtung – im Sinne von Nachhaltigkeitszielen – ergänzt wird, und das nicht nur ökologisch und ökonomisch, sondern auch im Zwischenmenschlichen. 

Sie möchten Nachhaltigkeit in Ihrer Einrichtung voranbringen? Das Projekt pulsnetz MuTiG unterstützt Sie dabei! Nehmen Sie Kontakt mit uns auf und entwickeln Sie gemeinsam mit unseren Berater*innen Ihre individuelle Nachhaltigkeitsstrategie – für eine zukunftsfähige und verantwortungsvolle Organisation. 

 

Sven Bartel Diakonie Baden