Rufbereitschaft – was sie mit der Gesundheit macht
Rufbereitschaft gehört für viele Fachkräfte im Gesundheitswesen zum Berufsalltag. Sie hilft, die Versorgung von Patient*innen und Bewohner*innen sicherzustellen – bedeutet aber: auch außerhalb der regulären Arbeitszeit erreichbar sein, jederzeit einsatzbereit. Diese dauerhafte Anspannung wirkt sich häufig auf die Gesundheit aus, selbst wenn kein Einsatz erfolgt.
Gesundheitliche Folgen
Studien und Auswertungen der AOK zeigen, dass Pflegekräfte besonders stark durch psychische und körperliche Belastungen betroffen sind. Auch Rufbereitschaften tragen dazu bei, da sie echte Erholungsphasen erschweren. Typische Folgen sind:
- Schlafstörungen, weil Abschalten schwerfällt
- Innere Unruhe und Stress, durch das Gefühl ständiger Alarmbereitschaft
- Erschöpfung und Konzentrationsprobleme
- Langfristig ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen und Burnout
Die AOK weist darauf hin, dass anhaltender Stress und unzureichende Erholung zentrale Ursachen für den hohen Krankenstand in der Pflege sind.
Worauf Pflegekräfte achten sollten, um gesund zu bleiben
Auch wenn Rufbereitschaft nicht immer vermeidbar ist, können Pflegekräfte aktiv etwas für ihre Gesundheit tun:
- Schlaf und Erholung schützen: Rituale zum Abschalten (z. B. Handy bewusst weglegen, Ruhezeiten einhalten) unterstützen einen besseren Schlaf.
- Belastungsgrenzen ernst nehmen: Häufen sich Rufbereitschaften oder Einsätze, sollte dies im Team oder mit Vorgesetzten thematisiert werden.
- Ausgleich schaffen: Bewegung, frische Luft und bewusste Pausen helfen, Stress abzubauen – auch an einsatzfreien Tagen.
- Unterstützung annehmen: Angebote der betrieblichen Gesundheitsförderung oder Gespräche im Team können entlasten.
- Rechtsansprüche kennen: Ruhezeiten nach Einsätzen sind wichtig – für die Gesundheit und laut Arbeitszeitregelungen relevant.
Quellen:
Pflegekräfte stärken: Gesundheit, Resilienz und Stressbewältigung im Pflegealltag | AOK Presse
Rufbereitschaft ist Arbeitszeit
Belastende Arbeitsbedingungen führen zu vielen Fehltagen
